Samstag, 18. April 2015

Das finstere Tal muss ein helleres werden, koste es, was es wolle

Wildnis und Zivilisation sind die beiden Kategorien, entlang denen das Western-Genre verhandelt wird: Der Dualismus muss zu Gunsten der Zivilisation mit allen damit einher gehenden Verlusterfahrungen aufgelöst werden. Luzi (Paula Beer), die Erzählerin der Geschichte, wird am Ende feststellen: "Die Freiheit ist ein Geschenk, das sich nicht jeder gern machen lässt." 


Andreas Prochaska bewegt sich souverän entlang der Genre-Gesetzmäßigkeiten (nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Willmann): Ein wortkarger Fremder, namens Greider (Sam Riley), kommt knapp vor Wintereinbruch in ein abgelegenes Dorf in den Alpen, das vom alten Patriarchen Brenner mittels seiner Söhne regiert wird. - Und im Frühjahr, wenn er das Dorf wieder verlässt, ist alles ganz anders. Dazwischen kommt der Winter und Prochaska lässt an Sergio Corbuccis Leichen pflastern seinen Weg denken, wenn Pferde durch tief verschneite Winterlandschaften galoppieren und die Männer unter ihren Hüten Tücher um ihre Ohren gewickelt haben. Sam Riley gibt den Stummen, Tobias Moretti macht den Loco - nur nicht ganz so böse und exaltiert.

Was Prochaska im Mise en Scène wie schlafwandlerisch zu glücken scheint, die Herstellung der Stimmung im Dorf, in den Häusern, die Verknüpfung der Landschaften mit den Physiognomien der Menschen, entgleitet ihm im Dramaturgischen zusehends. Das Dämonische des Patriarchen findet keine überzeugende bildliche Umsetzung, die Entwicklung des Konflikts hat zu wenig Dynamik, der Showdown zwischen dem Fremden und den Söhnen des Brenner ist schlicht: langweilig.



Dienstag, 7. April 2015

Christian Kracht: Der gelbe Bleistift


An Hand seiner Geschichten aus Südostasien und Japan (für die Welt am Sonntag) zeigt Christian Kracht, dass mit wohl kalkulierter Amoral und prononciertem Dandytum auch im verstaubten Genre der Reisereportage ein bisschen Pop unter zu bringen ist. Auch wenn das ganz schön in die Hose gehen kann...
Was uns vor wenigen Stunden in Berlin noch als herrlich subversive Tat vorgekommen war, nämlich das wahllose Mitmarschieren bei unsinnigen Demonstrationen, hielt uns hier mit einem lastwagengroßen Spiegel unser wahres Gesicht vor: Wir waren feige Popper. Und wir erkannten: Hier in Kambodscha hört die Popkultur auf. Es gab hier keinen ironischen Bruch zwischen dem, was ist und dem, was sein sollte.
Der gelbe Bleistift zeichnet demnach eine feine Linie - zwischen dem was ist und dem, was sein sollte. Bestenfalls mit Ironie. Was mitunter gut gelingt. Mitunter wirklich komisch ist. Und manchmal bleibt einem der Lacher dann im Hals stecken.
Du hast dich in die Kalaschnikow verliebt, sagte Ibrahim Khan zu mir. Wir alle lieben hier die Kalaschnikow, sie ist die Waffe der Männer hier oben, sie ist unsere Freundin, unsere Geliebte. Sie ist Schwert und Schild des Islams.
Von "reaktionärem Schnöseltum" (Woche) bis zu "sozialen Überlegenheitsposen eines wohlhabenden Taugenichts" (Zeit) war angesichts Krachts' Kolumnen die Schreibe: Wie jemand Panzerfaust schießen mit Chips essen vergleichen könne, wie von Kambodscha berichten ohne die Roten Khmer erwähnen? Wie? Genau so.

Sonntag, 5. April 2015

Evelyn Grill: Wilma


Agnes, eine ältere Frau, verwitwet und kinderlos und Wilma, ein geistig behindertes Mädchen, leben in einem Dorf im Salzkammergut, bemitleidet, ausgestoßen und angefeindet. Agnes lebt in der beständigen Angst, das Mädchen könnte ihr weg genommen und ins Heim verbracht werden, Wilma im hier und jetzt ohne Vorstellung von gestern oder morgen. Die eine wird von ihren Sorgen umgetrieben, die andere von ihrer Sorglosigkeit: Nur in der Nacht, wenn Wilma tief und fest schläft, findet schließlich auch Agnes zur Ruhe, am voluminösen Körper des Mädchens, das, wenn es wach ist, keine Berührung duldet.

Das sorgsam gehütete Gleichgewicht gerät aus der Balance, als Wilma vergewaltigt wird. Alles kommt durcheinander: Sogar der Berg, an dessen Fuß das Dorf liegt, beginnt in Folge eines Tunnelbaus zu rumoren. Im Dorf treiben sich plötzlich Arbeiter herum und bedrohen das ursprüngliche Gefüge. Und Agnes beschließt, nachdem alles kommen musste wie es kam, sich einzusperren und auf die Fensterscheiben zu starren, die der Regen blindwäscht.

Es gibt keine Aussicht. Mehr. Wenn die Zukunft keine Verbesserung verheißt.

Montag, 30. März 2015

Zum Raubbau an der zentralen Ressource der Wissensgesellschaft

Der SP-Landesgeschäftsführer Georg Niedermühlbichler zeigte sich hoch erfreut, dass die SPÖ mit Senol Akkilic einen ausgewiesenen Integrationsexperten gewonnen habe. Dass der Zeitpunkt des Wechsels nicht als zufällig bezeichnet werden kann, liegt auf der Hand: An diesem Tag hätte die Kampfabstimmung in Sachen Wahlrechtsänderung statt finden sollen. Mit Akkilic konnte die SPÖ das verhindern. Wir gratulieren.


Auch der Bürgermeister, Michael Häupl, war hoch erfreut. Warum eigentlich? Blöde Frage - die Macht der SPÖ scheint vorerst gesichert - und die Ambitionen der Grünen wurden in die Schranken gewiesen. Nachhaltig. Am Samstag bestätigte Maria Vassilakou, dass die Grünen in der Regierung bleiben und ihre Arbeit fortsetzen werden. Die SPÖ gestärkt, die Grünen am Boden. Alles bestens.

Könnte man meinen, aus Häupls Perspektive - und ergänzen: It's politics, stupid. Christoph Chorherr hielt rund um die Debatte um die politische Verantwortung bei der Hypo fest, dass das nur bedeutet, das jemand die Macht habe, etwas zu tun (seine Ausführungen haben sich nun in Senol Akkilic recht nachdrücklich manifestiert). Vergessen wurde in dieser Argumentation der Auftrag. Vergessen wurde, dass die MandatarInnen einen Auftrag der WählerInnen entgegen nehmen - der da bestimmt nicht darin liegen kann, dass der/die einzelne persönliche Gewinnmaximierung betreibt (im Fall von Herrn Akkilic über € 690.000,- auf fünf Jahre gerechnet, auf Grund des fixen Mandats in der nächsten Regierung). In postmoralischen Zeiten sollte uns das allerdings nicht wundern, die einzige Fragestellung, die noch Relevanz hat, lautet: Legitim oder legal.

Absurd erscheint allerdings dann das Räsonnement darüber, dass die Bevölkerung kein politisches Interesse mehr zeige - weshalb sollte es? Wenn der Bartleby in einem heftig plärrt, I would prefer not to, wem sollte noch vertraut werden? Wolf Lotter hielt im brand eins fest, Vertrauen sei die zentrale Ressource in der Wissensgesellschaft - was wenn diese Ressource am Ende nicht mehr vorhanden sein sollte?

Mittwoch, 25. März 2015

Joachim Meyerhoff las...

...und zwei Stunden verflogen - während denen die Toten (wieder) flogen , Spuren hinterließen, Bilder, Sätze, Gerüche, Farben - und Meyerhoff spricht sie, gibt ihnen Ton und Gestalt - und sie erstanden im voll besetzten Kasino am Schwarzenbergplatz, tanzten, schwatzten, schwitzten: lebten! Wieder!


Meyerhoffs Talent in Sachen Literatur besteht unzweifelhaft darin, Dinge, Personen, Situationen beispiellos konkret werden zu lassen, ohne den Fehler zu machen, zu genau zu werden. Meyerhoff ist die Antithese zum Voyeurismus. Er lässt den Dingen, Personen, Situationen ihre Würde, respektiert sie, lacht mit ihnen, freut sich über sie, über ihre bloße Existenz in seiner fantasierten, rekonstruierten.

Was ist Erinnerung? Was ist Autobiographie? Bei Urs Widmer heißt es: "Hunderttausend Mosaiksteine aus dem Steinbruch der Wirklichkeit, der Erinnerung, zusammengesetzt zu etwas, was eine neue Realität ist, die erfundene Wahrheit, die oft wahrer ist als die wirkliche."
Letztlich geht es, um die Lust am Erzählen, die Lust an der eigenen Erzählung - und also: Um Selbstermächtigung.

Dienstag, 24. März 2015

Andreas Altmann: Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend


Charles Bukowski soll zu seinem Verleger John Martin, inzwischen 56-jährig, gesagt haben, "ich glaube nicht, dass ich dieses Kindheits-Ding jemals schreiben kann. Vielleicht wenn ich siebzig bin." Mit 60 veröffentliche er Das Schlimmste kommt noch, oder fast eine Jugend.


Andreas Altmann musste 62 werden, um sein Kindheits-Ding zu schreiben: Das Scheißleben meines Vaters, das Scheißleben meiner Mutter und meine eigene Scheißjugend. Warum er es jetzt geschrieben habe? Weil ich es konnte, sagt er im Interview. Seit er den bayerischen Wallfahrtsort Altötting verließ, wo er seine Fast-Jugend und Nicht-Kindheit verbrachte, sind mehr als 40 Jahre vergangen. Als Altmann für die Recherche zurück nach Altötting fährt, findet er die katholische Hochburg unverändert, es riecht nach wie vor nach ungelebtem Leben.

Altmanns Buch ist eine Abrechnung. Oder Aufrechnung: Es rechnet auf, was Krieg und Katholizismus und bigotte Kleinstädterei, die Unkultur der Provinz und ihre Kleingeistigeit aus seinem Vater machten, nämlich den Rosenkranzkönig. Und aus seiner Mutter: Eine Leibeigene. Gleichzeitig rechnet das Buch mit allen Beteiligten ab: In erster Linie natürlich mit dem nur über Prügel und Befehle existierenden Vater, mit der sich aufgegeben habenden Mutter und dem sadistischen Lehrkörper. Übrig blieb ein Mensch, der davon überzeugt war, ein Versager zu sein.

Das Buch ist demzufolge auch eine Entwicklungsgeschichte: Vom Opfer zum Tatmenschen. Der Hass, die Wut müssen umgelenkt, kanalisiert und produktiviert werden. "Ja, du kommst davon! Nein, du musst nicht zerbrechen! Nicht der Herrgott erlöst dich, sondern deine Lebenswut", sagt Altmann im Interview. Der magische Moment ist derjenige, wo diese Wut in Mut umschlägt. Der Blick, die Perspektive wechselt. Bei Bukowski heißt es: "Ich empfand keinen Haß mehr. Nur noch ein ungläubiges Staunen, daß es so etwas wie ihn geben konnte." 

Mitunter vermeint man auch bei der Lektüre von Altmanns Buch, jenes Staunen zu spüren, in diesen immer wieder kehrenden Sentenzen von Grausamkeit und Enttäuschung, von Sadismus und Gemeinheit, von Schmach und Schande. So als müsste sich Altmann selbst davon überzeugen, sich selbst dar- und vorstellen, was passierte. Was ihm passierte. Und damit: Wer er ist - Selbsterkenntnis-Literatur. Und die ist selbstredend selbstgerecht. Muss sie auch sein. Das ist Ziel der Übung - und gleichzeitig Schwachstelle. Um dem literarischen Anspruch zu genügen, bräuchte es mehr Distanz - insbesondere zum erzählenden Ich - und bräuchte es (auch) eine weitere Perspektive.


Dienstag, 17. März 2015

American Sniper - bist Du Schaf, Wolf oder Hund?

Clint Eastwood sagte, er wolle American Sniper nicht als Verherrlichung des Irakkriegs verstanden wissen. Und nein, so wirkt der Film auch nicht. Chris Kyle (Bradley Cooper), die auf einer wahren Geschichte beruhende Figur, ist zwar ein Patriot, einer, der sein Land liebt und in der Sekunde zwischen Gut und Böse unterscheiden kann - und das steht nie zur Disposition. Allerdings gelingt Eastwood das Kunststück, durch die komplette Weglassung jedes politischen Kontexts, die Schlusspointe so zu erhöhen, dass die Ermordung Kyles durch einen Veteranen zum absoluten Höhepunkt gerinnt: Die USA führen Krieg gegen sich selbst.


Der der Story inhärente Höhepunkt, der in Wildwestmanier ausgetragene Zweikampf zwischen Kyle und seinem Scharfschützen-Pendant Mustafa auf irakischer Seite gerät dabei in den Hintergrund, ist so wenig relevant wie Mustafa als Person.


In der Anfangssequenz sieht man Kyle, wie er auf einen kleinen Buben und eine junge Frau zielt, sie steckt ihm eine Granate zu. Noch bevor Kyle abdrückt, gibt es einen Schnitt und wir sehen Kyle als Buben mit seinem Vater auf Jagd. Und der Vater erklärt ihm, dass es drei Arten von Menschen gäbe: Die Schafe, die Wölfe und die Hunde. Die Opfer, die Täter und diejenigen, die die Opfer beschützen wollen. Und er, der Herr Papa, dulde weder Opfer noch Täter. No, sir. Easy demnach. Der Bub wird Beschützer und schießt im nächsten Moment den Buben über den Haufen, dann die junge Frau. Was im Irak ganz leicht fällt, wird auf den Heimaturlauben zum Spießrutenlauf. Sprinkleranlagen werden als Angreifer interpretiert, der Rasenmäher als Bedrohung. Im Krankenhaus, wenn Kyle zur Schwangerschaftsuntersuchung mit seiner Frau dort ist, hat er einen Blutdruck von 170:110. Er ist im Krieg. Und wird immer im Krieg sein.

Der war on terror ist wieder in den USA angelangt und es werden einmal mehr bittere Tränen vergossen.

Donnerstag, 5. März 2015

David Wagner: Meine nachtblaue Hose - oder der westdeutsche Hosenblues


Wenn die nachtblaue Hose schließlich vor ihm liegt, abgetragen und zerschlissen, liegt mit ihr ein Stück seine Lebens vor ihm. Ebenso abgetragen und zerschlissen, des Lacks und Anstrichs beraubt, nackt und bloß, alle Makel ausgestellt, die einem zu Beginn noch als schmückend vorkamen. Ein Stück Leben kulminierend in einer Beziehung zu Fe, mit der er zusammen in der Umkleidekabine steht, vor ihnen die nachtblaue Hose. Eine passende Hose kann glücklicher als alles andere machen, sagt sie und beide wissen, dass sie nicht von der Hose spricht.
Zusammensein ist auch nur ein Spiel um eine Reihe von Verstellungen herum, ein kürzer oder länger dauerndes Mißverständnis (...).
Wo er früher noch zu weinen begonnen hätte oder eben versucht hätte, nicht zu weinen und sich den Wein-Vorgang in seinem Ablauf zu vergegenwärtigen versucht hätte -
(...) die Gefühlsverflüssigung beginnt hinter den Augen und füllt den Tränentank, der die Augäpfel aus zwei Kammern bewässert (...)
- erübrigt sich in der Umkleidekabine diese Notwendigkeit: Die Traurigkeit weicht einer Melancholie, die Vergangenheit ist und bleibt vergangen, was bleibt, ist Erinnerung an eine Kunststoffkindheit und Jugend in Westdeutschland in den 70ern und 80ern, was bleibt, ist Leere. Jene Leere, der Christian Kracht in Faserland eine Reise angedeihen lässt...



die unvereiratete - oder wenn Elektra nicht elektrisch ist

Die Geschichte einer Denunziation in den letzten Kriegstagen des zweiten Weltkriegs: Eine junge Frau hört einen Soldaten am Telefon, wie er vom Desertieren spricht und meldet es. Woraufhin der junge Mann zum Tod am Strang verurteilt wird. Und sie kurz darauf wegen Denunzierens zu 12 Jahren Haft.


Ewald Palmetshofer macht sich in die unverheiratete auf die Suche nach der Ursache, Robert Borgmann setzt in Szene: Was trieb die Frau dazu, den jungen Mann in den letzten Kriegstagen noch in den Tod zu schicken? Männer sind und bleiben Leerstelle in Palmetshofers Abhandlung, sind und bleiben Anstoß und Ursache für ewiges, sich permanent wiederholendes Unglück, das sorgfältig von Großmutter zu Tochter und Enkeltochter weiter gereicht wird. Die Erde bleibt fruchtbar. Borgmann grundiert die Bühne mit Erdhaufen, Schützengräben, Grabhügeln? Beleuchtet mit hunderten Neonröhren, rote Vorhänge fallen, wie Schwälle von Blut, dazwischen Plastik.


Wo das Stück zerfasert, sich in Kalauern und Monologen verliert, setzt Borgmann auf starke Bilder. Und hervorragende Schauspielkunst. Elisabeth Orth gibt ganz famos die Alte, Christiane von Poelnitz die Mittlere und Stefanie Reinsperger die Junge. Als Vermittlungsinstanz fungiert ein (antiker) Weiberchor, die Hundsmäuligen (Petra Morzé, Sylvie Rohrer, Sabine Haupt, Alexandra Henkel): Sie nehmen dem Drama die Schärfe, kugeln wie eine Clown-Truppe durch die Erdwälle, mal in Biedermeierkostümen, mal in uniformen Kostümen, mal schmetternd den Prozess an der Alten aufführend, mal als Mitinsassinnen derselben. Jedoch: Die Alte bleibt störrisch, jammert, ist mürrisch und strickt weiter am Schicksalsfaden, der ihre Tochter bis an den Bühnenrand treibt, wo sie sich in der Elektra versucht. Allein, es bleibt bei der Wörtlichkeit, die Tat, die Tat... darf den Männern nicht überlassen werden, so die Enkeltochter, lamentierend, ob ihres Unglücks mit denselben. Oma hat schließlich doch die Nase voll und setzt dem Leiden ein Ende. Elisabeth Orth sei Dank.  

Dienstag, 17. Februar 2015

David Wagner: Was alles fehlt


Was alles fehlt? Kühn würde ich behaupten: Der Wille zu wollen. David Wagner zeichnet in seinen 12 Erzählungen ein verheerendes Bild einer Generation, die alles hat und haben kann, die sich bloß entscheiden müsste, etwas haben zu wollen.
"Wir waren nicht lange verliebt, wir waren gleich zusammen."
Das Wollen fällt als Kategorie nicht länger ins Gewicht. Diese Generation ist und hat. Am Horizont zeigen sich mitunter Ahnungen von Wünschen, ein Wetterleuchten, aber generell heiter. Die Gewitterwolken ziehen vorbei, die Wohlstandswohligkeit bleibt im Wesentlichen intakt, "wir tun so, als sei nichts gewesen." Auch wenn man sich kurzzeitig vorstellt, dass etwas gewesen sein könnte.