Montag, 30. November 2009

riegler und neugebauer: yes we could!

neugebauer: du hast wirklich gsagt, dass die politik der schmiedin uns net gholfen hat?
riegler: ja - owa, du konst ma glaubn, i hob ma dabei fost die zunga abbissn...

leute -

die schwärze meines blogs sollte und müsste heut 57% der schweizerInnen umfangen:
in der schweiz ist schluss mit religionsfreiheit, das volk hat so entschieden.
da bleibt einem das hirn stecken.
was ist los mit den schweizerInnen? den europäerInnen?
ich bin fassungslos.

Montag, 16. November 2009

wie ich die online direktionen des ORF für den wolfgang lorenz gedenkpreis 09 nominierte...

ich möchte meine laudatio mit einer danksagung beginnen –
und zwar möchte ich, neben den organisatorInnen und veranstalterInnen insbesondere prof. wolfgang lorenz, dem programmdirektor des ORF, danken,
danken dafür, dass er uns den grund für die auslobung dieses preises lieferte – und zwar in bereits legendärer form.

neben der breitseite die er anno 2008 gegen das internet abschoss, monierte er ja auch, dass die jugend von heute nicht mehr gegen die herrschenden strukturen protestiert und sich stattdessen im internet verkriecht. was für ein glück, dass selbige inzwischen hinlänglich bewiesen haben, dass sie zu protestieren durchaus im stande ist.

dafür bin ich dem herrn professor wirklich zu großem dank verpflichtet, für seinen weckruf an die adresse der österreichischen jugendlichen.

diesem pädagogischen konzept folgend steh ich hier am podium und nominiere die online direktion/en des ORF für den Wolfgang Lorenz Gedenkpreis für internetfreie Minuten.

präposthum quasi. wenn man den gerüchten glauben darf und die online direktion dem wrabetzschen sparstift zum opfer fallen wird. nichtsdestoweniger verdient sie eine nominierung, als eins-zu-eins-abbildung von österreichischer realpolitik im staatsfunk.
da steht eine quasi machtlose online direktion neben der geschäftsführung ORF Online, geschaffen als versorgungsposten für allfällig zu bedenkende personen bestimmter couleur, die sich in der konzeption von ORF-dörfern und TV-theken ergeht, anstatt eine umfassende internet strategie für das medienunternehmen ORF zu entwickeln und somit mitverantwortlich zu sein für die ignoranz eines ORF programmdirektors.

beinahe jeder kennt rene magrittes gemälde, darstellend eine pfeife mit dem untertitel: ceci n’est pas une pipe. no-na, sagen die im strukturalismus versierten. wahrscheinlich nicht so viele kennen dieses bild:

copyright ORF

DAS IST KEIN ONLINE DIREKTOR.

geben wir dem ORF online direktor wieder eine bedeutung und verleihen wir ihm den Wolfgang Lorenz Gedenkpreis! Bitte!

Donnerstag, 5. November 2009

übrigens...

dass die studierenden besetzerInnen natürlich unterstützt werden müssen, versteht sich von selbst. für meinen einen. sehr schön dargestellt hat das florian klenk im letzten falter - es geht hier nicht bloß um die uni, es geht um bildungspolitik generell und deshalb: um eine zu verändernde politische un/kultur in österreich.

Montag, 2. November 2009

irritationen

es ist ein merkwürdiges gefühl, das sich beim betrachten der zumeist großformatigen fotografien von thomas demand einstellt (derzeit im mumok) - auf den ersten blick, glaubt man sich mit menschenleeren realen orten konfrontiert. auf den zweiten blick enpuppt sich das allerdings als täuschung: die orte sind modelle, minutiös nachgebildet und fotografiert - reproduktionen des medial vermittelten blicks. verblüffend, irritierend...

eine ganz andere art von irritation verfolgt quentin tarantino mit seinen "inglourious basterds": in seinem am italowestern ausgerichteten kriegsfilm wird den verbrechen der nazis eine mindestens ebenbürtig bestialische jüdische vergeltung gegenüber gestellt - was sich einerseits im nazi-schergen hans landa (wunderbarst: christoph waltz) und andererseits im amerikanischen lt. aldo raine (bewundernswert uneitel brad pitt) kristallisiert. tja - und wie schon angesichts der ausgestellten hässlichkeit im italowestern kann das feuilleton der lustvollen zertrümmerung der historischen und damit auch medial vermittelten tatsachen in der grammatik des kinos nicht allzu viel abgewinnen, was allerdings das vergnügen der kinolektüre nicht im geringsten einschränken sollte...

ganz anders tönt das feuilleton, wenn michael haneke in "das weiße band" einmal öfter den ursachen von gewalt und gewalttätigkeit auf der spur ist. das fiktive dorf eichwald gibt den hintergrund für die "deutsche kindergeschichte", die sich rund um verbrechen und unfälle in deutschland am vorabend des ersten weltkriegs dreht. und: auch dieser film ist ein großes erlebnis. eine beeindruckende studie einer puritanischen dorfgesellschaft im vorkriegsdeutschland, deren verbotskultur zwangläufig in grausamkeit münden muss. es ist eine stille irritation, der haneke nachspürt, in hartem schwarz-weiß, kompromisslos, vollkommen humorfrei.

und es bleibt zu vermuten, dass es genau diese humorlosigkeit ist, die das feuilleton beim thema faschismus erwartet, vielmehr verlangt. weshalb ein tarantinoscher umgang zwangsläufig ablehnung erfahren muss und für irritationen sorgt. was aber an sich schon wieder durchaus humoristische qualitäten besitzt, wenn etwa jens jessen in der zeit zum schluss kommt, dass tarantino womöglich eine filmästhetik jenseits aller moralischen absichten verfolgt... wehe! wehe! hör ich den pastor in eichwald in der dorfkirche plärren...