Freitag, 28. Januar 2011

jiri kratochvil: brünner erzählungen


jiri kratochvil, inzwischen 70 und einer, der sich nie seiner überzeugung entgegen dem kommunistischen regime andiente, sich stattdessen als heizer, lehrer, bibliothekar und kranfahrer verdingte und mit diesem er/leben unzählige geschichten zu füllen weiß.

falls sich seine brünner erzählungen als denkmal für seine heimatstadt verstehen wollen, dann als eines - das weder eine zeitliche noch räumliche beschränkung erlaubt. es erscheint vielmehr zynisch, wenn kratochvil jede erzählung exakt verortet, mit straßennamen und ortsteil versieht - denn im nächsten moment entzieht er seinen geschichten sofort den boden oder deckt ihre lücken auf, ihre konstruiertheit. realität? ok - aber die frage ist doch - wessen realität? nicht von ungefähr, findet sich der/die leserIn immer wieder in escherschen konstruktionen gefangen, wo dahinter der rastlose autor lauert und wild in die tastatur hämmert... peter demetz stellt kratochvil in die tradition der deutschen romantik, sieht ihn gar als spätesten nachfolger e.t.a. hoffmanns - wofür den geschichten meines erachtens allerdings am magischen gebricht. es überwiegt das konstruktive - und die schublade die hiefür in der literaturwissenschaft aufgezogen wird, ist nunmal mit postmodern beschildert.

Kommentare:

  1. Gewinn ein Acrylbild bei mir ... ganz nach deinen wünschen und träumen

    http://rabenflugsanderswelten.blogspot.com/

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  2. oh, das ist ja lieb! aber - nein, danke. habs nicht so sehr mit bilder aufhängen in der wohnung...

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