realität ist das, was medial vermittelt wird - oder mit karl rove, einem berater von george w. bush: "wenn wir handeln, schaffen wir unsere eigene realität. (...) wir sind akteure der geschichte, ihr könnt unser tun nur studieren." die doku von sebastian j.f. zielt auf dieses "gemachte" von realität. es sind zumeist fernsehbilder, bilder von youtube, fotos, quer geschnitten mit interviewpassagen mit dem damaligen UN-sonderberichterstatter manfred nowak, der amerikanischen journalisten amy goodman von democracy now und ehemaligen guantanamo häftlingen, die sebastian j.f. dafür heranzieht, diese medienrealität zu dekonstruieren als eine prinzipiell einem ziel dienende: der einleitung, argumentation und USA-freundlichen darstellung des war on terror. wobei den medien hier unterschiedliche aufgaben zukamen:
- die vorbereitung des (angriffs-)kriegs, die argumentation desselben, mit dem dramaturgischen höhepunkt der rede von colin powell vor dem UN-sicherheitsrat, die im kern aus unbewiesenen behauptungen bzw. unter folter erpressten geständnissen bestand.
- die mediale dauerunterstützung der kriegsargumentation auf den größten amerikanischen fernsehsendern, die dazu führte, dass die anfänglich gegen einen krieg gerichtete stimmung in eine bedingungslose unterstützung mündete.
- der via embedded media aufbereitete kriegsschauplatz ohne stimmen von außen garantierte eine USA- und alliierten-freundliche bereichterstattung.
- die außerstreitstellung der angewendeten kriegstaktikten und -techniken auf grund der ansage, dass es sich beim feind um terroristen handele. womit auch der einsatz von folter gerechtfertigt wurde - parallel dazu lief auf fox aufklärungsunterricht in sachen notwendigkeit von foltermethoden: kiefer sutherland gibt jack bauer und schreckt vor elektroschocks um ein geständnis zu erreichen mit sicherheit nicht zurück. der mit der bush-administration etablierte einsatz von drohnen für "gezielte tötungen" stellt zudem die künstlichkeit und also "vermitteltheit" dieser art des kriegs sehr anschaulich heraus.
"Wenn der Präsident der Vereinigten Staaten zugibt, Waterboarding angeordnet zu haben, selbst wenn es nur für die 15 Top Gefangenen war und dann noch sagt: "Ich würde es wieder so machen" Welche Beweise braucht es noch ?
.... Gar keine Frage also, dass Präsident Obama, oder die Obama Admnistration, durch internationale Verträge verpflichtet ist, George W. Bush vor Gericht zu stellen, wegen der Folter, die er befohlen hat."

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