aki kaurismäki verarbeitet die westeuropäische flüchtlingsproblematik in einem glasscherbenviertel in le havre, ohne dabei in tiefer melancholie zu versinken oder daraus eine ode an das außenseitertum zu machen. die bewegungen kommen zum ende: gekonnt werden die striche bis an ihr ende gezogen, licht ist am horizont, lächeln erhellt die gesichter. die hoffnung heißt liebe und findet sich in den herzen der menschen, die gemeinsam einem flüchtlingsjungen auf seiner flucht nach london behilflich sind. entsprechend dem märchenhaften ansatz werden alle filmbilder stilisiert, in eine zeit außerhalb der zeit transferiert und somit jeder kitsch- und pathosverdacht ausgehebelt - ein film, der versöhnt.
was lars von trier definitiv kein anliegen war: zu versöhnen. melancholia ist das ende. das ende der menschheit. melancholia ist ein riesiger planet, der mit der erde zusammen stößt. melancholia ist, was die erde war. die geschichte kreist um die beiden schwestern, justine und claire, ein doppelgestirn. im ersten teil - justine - heiratet justine. alles scheint eitel wonne. scheint. justine kann die glückliche fassade schon während der hochzeitsfeier nicht mehr aufrecht erhalten, in einem handstreich löscht sie die für sie vorgesehene zukunft und versinkt in depression. der zweite teil - nach justines schwester claire benannnt - verfolgt die planetenbewegung melancholias und parallelisiert dazu die gemütszustände der beiden schwestern. während justine auf grund ihrer depression in einem ohnmachts-artigen zustand dahin vegetiert, kümmert sich claire um sie. je näher der planet kommt, desto agiler wird justine und desto hysterischer wird claire. während die eine den drohenden tod als erlösung empfindet, fürchtet ihn die andere, insbesondere wegen ihres kleinen sohnes. wie kaurismäki zieht von trier die striche bis an ihr ende: allerdings kommt - im unterschied zu kaurismäki - dann alles zum stillstand. zurück bleibt dunkelheit. friede? ein erlebnis!


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen