Montag, 2. Januar 2012

Nein, diesen Pudding ess' ich nicht!


Wolfgang Buchner, ehemaliger ORF-Personalchef,  nennt im Presse-Interview die Verkündigung der Pelinka-Bestellung ohne vorherige Ausschreibung einen Betriebsunfall. Jeder im ORF wisse, dass sämtliche im ORF zu vergebende Stellen, in der Wiener Zeitung zu verlautbaren sind. Wiewohl - so räumt er ein - trotzdem nicht von fairen und transparenten Personalentscheidungen die Rede sein kann. Immer schon wären persönliche Vorlieben und politische Notwendigkeiten fachlichen Eignungen gegenüber höher bewertet worden.Michel Reimon hat sehr logisch darzulegen versucht: Die Bestellung Pelinkas war eine Machtdemonstration. Eine Partei zeigte damit, dass sie sehr wohl in der Lage ist, Plätze an den Futtertrögen zu vergeben. Ganz egal, welches Gejammere und Geplärre dann in der Öffentlichkeit statt findet.

Laut Laura Rudas hat die SPÖ mit dem Besetzungsdrama rund um den neuen Büroleiter von Alexander Wratetz ja nichts zu tun, weshalb es sich nur um eine persönliche Vorliebe handeln kann. Und anzunehmen ist - bzw. angenommen werden darf: Diese Vorliebe traf durchaus auf Gegenliebe. Schließlich wollte der Pudding ja gegessen werden. Wofür es allerdings Esserinnen und Esser gebraucht hätte - und wie es scheint, verweigern die trotzig wie Kleinkinder, stampfen mit dem Fuß und plärren: Nein, diesen Pudding ess' ich nicht.

Mit Elfriede Jelinek ist Laura Rudas durchaus zu glauben: Da die Sozialdemokratie am Ende ist - und zwar jetzt, muss es etwas anderes sein, das hier Macht demonstriert. Es soll demnach nicht mehr von SPÖ die Rede sein, vielmehr von einer Sippe, einem Stamm.  Dieser Stamm hat es sich zur Aufgabe gemacht, mittels entwaffnendem Grinsen, ins Sekretariat für eh alles einzuziehen, womit dann öffentliche Meinung gemacht werden kann. Es sind jene Buben und Mädels, die genau das Schicksal bekommen, das sie sich wünschen. Das nennt man dann: Karriere. Sie opfern die politische Bewegung am Altar ihres Maßschneiders. Überzeugungen? Ich denke, als Krawatte könnte noch eine klitzekleine herhalten... Jelinek erklärt sie - nach einem Blick in ihre Gesichter - kurz entschlossen für tot. Kurz habe ich überlegt zu kondolieren, allerdings fiel mir dann kein Grund ein, wofür Beileid zu bezeugen sei. Nichtsdestotrotz ist es ein Augen-verschließen. Sie sind Realität, sie existieren, ohne diese Existenz auf Sinnhaftigkeit zu befragen müssen, da sie in ihrem Sprosse-Leiter-Karriere-System jedem und jeder von vornherein Daseins-Sinn zukommen lassen. Seht ihr den Sinn? Auf der Flucht... Was Niko nur einmal mehr grinsen lässt. Er habe vor, sich für die ausgeschriebene Stelle zu bewerben. Und dann werde ich euch mit meinem Pudding mästen.

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