Donnerstag, 12. Januar 2012

Niko P. vs. Lordi


Da gibt es den ORF, an sich unabhängige, öffentlich-rechtliche Sendeanstalt, immer schon proporziell aufgeteilte Spielwiese der medialen Machtansprüche - wie von verschiedensten Seiten betont wird. Und dieser ORF - genau genommen die Personalentscheidungen des neu (wieder-)installierten Generaldirektors - nimmt wochenlang einen kaum zu vernachlässigenden Teil der österreichischen Innenpolitik-Berichterstattung in Beschlag, wiewohl die politische Relevanz an sich vernachlässigbar wäre - wie einige prominente politische Köpfe behaupten - und außerdem die Diskussion selbst von privaten Medienanstalten instrumentalisiert werden würde.

Mit gutem Grund: Denn als ich eben die veröffentlichten Bewerbungen für die - im Grunde gar nicht vakante (weil verlautbarungsmäßig bereits vergeben) - Büroleiterstelle durchsah, überkam mich so ein Song-Contest-Finale-Gefühl - auf der einen Seite die seriösen BewerberInnen, mit straffem CV und persönlichem Anschreiben, auf der anderen Seite die Leute, die die Sache mit etwas weniger Bierernst angehen, die durchaus gewitzt ihren nahbekanntschaftlichen Körperflüssigkeitsaustausch als Qualifikation darstellen oder mit neuen Zielgruppen auftrumpfen. In Song-Contest Dramaturgie übersetzt, würde das so in etwa dem Aufeinandertreffen von Alf Poier mit Sertab Erener entsprechen...

Und voll gespannt harre ich demnach dem Juryentscheid, der für die nächsten Tage angekündigt ist, beobachte die Quoten und hoffe - wie immer - auf den Außenseiter. Wer hätte etwa 2006 darauf getippt, dass Lordi gewinnen könne? Eben.

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