Dem Beispiel der Deutschen Bahn folgend, schaffen auch die ÖBB den JournalistInnenrabatt ab. Der ÖBB-Vorstandsvorsitzende Kern legt die Gründe dieser Entscheidung in einem persönlichen Schreiben an alle Betroffenen dar. Armin Thurnher nimmt dieses Schreiben im aktuellen Falter zum Anlass, um Kern Tribut zu zollen: "Er beschämt uns (...)." Und meint damit die JournalistInnen, denen es offensichtlich bis zu Kerns Schreiben nicht in den Sinn kam, dass sie selbst durch die Inanspruchnahme dieser Privilegien in Verruf kommen könnten. Im Gegenteil - der ÖJC plustert sich ob der Kernschen Aussendung gleich auf, wie wenn es sich dabei um eine Interessenvertretung vom Schlage einer LehrerInnengewerkschaft handelte. "Die Diskussion über die angeblichen Privilegien von Journalistinnen und Journalisten zeigt deutliche Aspekte einer Anti-Solidarisierung in der Gesellschaft auf." Nein. Natürlich nicht. JournalistInnen haben keine Privilegien (zumindest keine, die andere MitarbeiterInnen großer Unternehmen nicht auch hätten - Stichwort: Flottenverträge...) - sondern: einen KV. Der, wie Sebastian Loudon im Horizont ausführt, ein Privileg per se ist. Womit die Komplexität dieser Problemstellung ebenfalls ihre Benennung (Fehlende Solidarität unter Kühen?) erfuhr: Für JournalistInnen, die via JournalistInnen-KV schon eine entsprechende Privilegisierung erfuhren, ist der Verlust von Rabatten wohl wirklich recht leicht zu verkraften, da sie dieser Bevorzugungen in materieller Hinsicht in keiner Weise bedürfen. Für JournalistInnen, die sich ohne KV in sehr prekären Arbeitsverhältnissen befinden, ist der Verlust der Rabattierungen durchaus schmerzhaft - wodurch sich die Thurnhersche Beschämung wohl etwas relativiert: Mit voller Hose ist leicht stinken.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen