Donnerstag, 24. Mai 2012

David Vann: Legend of a Suicide


David Vanns Legend of a Suicide ist kein Roman - es ist der Versuch den Selbstmord des Vaters, Vann war damals ein halbwüchsiger Jugendlicher, zu verarbeiten: Aus verschiedenen Perspektiven, in unterschiedlichen Settings und daraus resultierend als eigenständige Stories. In ihrer Zusammenschau entwerfen sie ein dichtes Bild vom Vater James, vom eigenen alter ego Roy, der in der zentralen und längsten Geschichte schließlich selbst die Konsequenzen zieht. Vann ist erbarmungslos in der Skizzierung der finalen Konfrontation der beiden - und lässt keine Untiefe unausgelotet. Vergleichsweise milde und abgeklärt mutet dann der Umgang seiner Mutter mit dem ehemaligen Ehemann an:
Currently my father is a small slab of granite planted near my mother's cottage, (...). Mother likes to have him near and claims their conversations have improved. 
Diese Geschichte kann nie fertig erzählt werden, wird demnach immer weiter geschrieben und dementsprechend immer besser - weshalb das Herausstreichen des Legendenhaften nur konsequent erscheint.



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