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Rührend ist, wenn in Redaktionsversammlungen Resolutionen verabschiedet werden, wo appelliert wird, dass die Verleger wieder an den Verhandlungstisch zurückkehren sollen. Der neue Journalisten-Kollektivvertrag müsse endlich zu Ende verhandelt werden, faire, branchenweit gültige Arbeitsbedingungen müssen für Print- und Online-JournalistInnen fest geschrieben werden, beinhaltend ein den Umständen entsprechendes Gehaltsschema.
Rührend ist es deshalb, weil einmal mehr versucht wird, die InteressenvertreterInnen davon zu überzeugen, dass sie doch endlich gegen ihre primären und also kurzfristigen Interessen agieren sollen. Komm, gebt euch einen Ruck, liebe Verleger - verzichtet doch endlich auf einen Teil Eurer Gewinne (immerhin wird auch in Österreich noch bis zu 10% Rendite im Zeitungsgeschäft gemacht) und zwar zu Gunsten Eures Personals - und also Qualität. Schließlich müsst Ihr zur Kenntnis nehmen, liebe Verleger, es geht um "Leben und Tod"! Und das hab' zur Abwechslung nicht ich mir aus den Fingern oder sonstwo gezogen, sondern einer, der Euren: Horst Pirker, Ex-Vorstandsvorsitzender der Styria, Ex-Chef von Red Bull Media und langjähriger Präsident des VÖZ, spricht von einer Negativspirale von Anzeigen- und Auflagenrückgang, die via Einsparungen zu immer stärkeren Qualitätsverlusten führt. Einfach das Printmodell in die digitale Welt zu übertragen, erwies sich als Schuss in den Ofen - was wiederum zur Folge hat: Neue Geschäftsmodelle braucht die Verlegerwelt (Paywalls! - warum die mehr schlecht als recht funktionieren legt Jordan Weissmann an Hand einer interessanten Parallelität zur Porno-Industrie dar)... Nun, nicht eben neu - aber immerhin drastisch - und insofern logisch, dass auch Pirker empfiehlt, für das alte Modell bis zum letzten Blutstropfen zu kämpfen - weil schließlich niemand weiß, was hintennach kommen wird.
Demnach: Liebe Gewerkschaft, Du hast ein schlechtes Blatt. Die VerlegerInnen werden um jeden Eurocent kämpfen, die Kuh melken, so lange sie Milch gibt, um Herrn Petzs Metapher zur bemühen - und die JournalistInnen mit altem KV werden schwerlich davon zu überzeugen sein, dass sie zu Gunsten ihrer jüngeren KollegInnenschaft auf irgendetwas verzichten sollen. Aber macht nichts, Du kannst immerhin mit einer Resolution winken...

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