Freitag, 27. Juli 2012

The Dark Knight Rises: Was ist, muss bleiben


Einmal mehr steht Gotham City stellvertretend für die USA und somit für die ganze (westliche) Welt: Und einmal mehr steht sie vor dem Abgrund, der totalen Annihilation. In solchen Momenten kann dann - konsequenterweise - nur noch einer helfen: Batman. Die Bedrohung heißt Bane - und das besondere an ihm ist, dass er das Volk gegen die Vermögenden ausspielt. Optisch eine Kreuzung zwischen Darth Vader und dem Gladiator (c Rüdiger Suchsland), demaskiert er Batman und schmeißt ihn in einen Kerker (und ganz kurz befinden wir uns wieder in Teil 1 von Christopher Nolans Trilogie, wenn der junge Bruce Wayne seine Angst vor Fledermäusen verlieren muss...): Angst als menschliche Seins-Voraussetzung muss erst wieder gelernt werden, um Bruce Wayne und also Batman zum ernsten Rivalen Banes zu machen. Wayne und Bane - zwei Seiten einer Medaille. Der reiche, philanthropische Milliardär - ihm gegenüber der Sozialrevolutionär, der den Wohlstand der Vermögenden an alle zu verteilen gedenkt: Die Occupy-Aktivisten als Bankräuber und Bombenleger - an das Kapital ist nur via Progrom und Barbarei zu gelangen, so Nolans zeitdiagnostischer Kommentar, es braucht keine stukturellen Veränderungen, sondern einzig Ehrlichkeit und Anstand bei den Mächtigen. Und schon ist alles wieder in Ordnung - soweit das eben möglich ist und war. Ambivalenz bekommt der Kommentar insbesondere dadurch, dass die Ordnung zu einem sehr hohen Preis erkauft war: Dem Dent-Gesetz, das erlaubte, vermutlich in Verbrechen Involvierte ohne Verfahren und Berufung wegzusperren - 9/11 und Heimatschutz lassen grüßen...

Nun - botschaftstechnisch demnach kein besonders weiter Wurf. Komplexität entfaltet sich allerdings auf Figurenebene: So inszenierte Nolan mit der Batman-Trilogie einen Entwicklungsoman - vom jungen Mann bis zum (müden) reifen Helden. Die Reaktivierung mittels Sturm ("Ein Sturm wird kommen", kündigt die gegen den Strich gebürstete neue Catwoman an)  erfolgt peu-á-peu. Die alten Knochen wollen schließlich nicht mehr ganz so: Prothesen und technischer Schnickschnack tuen das ihrige, um den Menschen in die Kampfmaschine zu transferieren und ihn schließlich verschwinden lassen... fast.

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